Es wir zukünftig keine neuen IPv4-Adressen mehr in Europa geben. Die europäische IP-Adressverwaltung Réseaux IP Européens (RIPE) hofft darauf noch ein paar Adressen recyceln zu können, diese würden dann allerdings nur Neuankömmlingen zugeordnet.

Am gestrigen Montag wurde das letzte /22-Häppchen (1024 Adressen) zugeteilt. Die Reserven an IPv4 Adressen sind somit erschöpft und fordert in diesem Zusammenhang mehr Engagement bei der Einführung von IPv6 Adressen.

„Ohne umfassenden Einsatz von IPv6 riskieren wir in eine Zukunft zu steuern, in der das Wachstum des Internet unnötig begrenzt ist. Nicht durch einen Mangel fähiger Netzwerker, technischer Ausrüstung oder Investitionen, sondern durch einen Mangel an Netzwerkadressen. Es gibt noch viel zu tun, und wir rufen alle Teilhaber auf, ihre Rolle bei der Unterstützung der Einführung von IPv6 zu spielen“, schreibt RIPE,“

Somit ist es nur noch möglich eine IPv4-Adresse zu bekommen, wenn bereits zugeteilte Adressen abgetreten werden. Als Anbieter allerdings jemanden zu finden, der seine Adressen abgeben würde ist schon nicht gerade leicht und wenn man dann tatsächlich jemanden gefunden hat, wird der sich die IP Adressen mit großer Wahrscheinlichkeit teuer bezahlen lassen!

IPv4-Adressen werden schon lange gehandelt und somit wird nicht unbedingt ein neuer Markt entstehen. Die Preise werden sich einfach nur verdoppeln oder gar verdreifachen. An die RIPE zurückgegebene IPv4-Adressen werden nur an RIPE-Mitgliedern weitergegeben, die sich in eine Warteliste eintragen lassen können. Ansonsten hat man keine Chance noch welche zu erhalten.

2011 hat Europa die letzten /8-Adresssblöcke (Legacy-„Class-A“-Netze) erhalten und es wird von der globalen IP-Adressverwaltung IANA keinen Nachschub mehr geben.

Es zeichnete sich bereits vor gut 18 Monaten ab, das der Europa Vorrat zu Ende gehen wird, da damals bereits 99,8 % des letzten Blocks vergeben waren. Es ist Erstaunlich, dass diese erst gestern zur Neige gegangen sind. Die restriktive Vergabepolitik der RIPE ist dieser Umstand zu verdanken, da sie seit September 2012 nur noch /22 von jeweils 1024 Adressen an europäische Provider verteilt haben und dementsprechend länger hinkamen. Zuteilungen an providerunabhängige Nutzer gibt es leider schon einige Jahre nicht mehr.