Bisher fluchten die Kunden immer über die Mobilfunkanbieter wenn im Zug mal wieder kein Empfang war, doch weder die Telekom, Vodafone oder Telefonica sind für das Empfangsdesaster in Zügen der Deutschen Bahn verantwortlich. Einzig und allein die Bahn selber ist für das Mega Funkloch „Schiene“ verantwortlich.

Um Beispielsweise überhaupt ein Handy in einem ICE nutzen zu können muss die Bahn Verstärker einbauen, doch die haben eben diese Verstärker nicht überall in den Hochgeschwindigkeitszügen verbaut. Auf Grund der Bauweise der Wagons ist ohne Verstärker einfach kein durchkommen durch die Metallscheiben und metallbedampften Fenster, welche in jedem ICE verbaut sind.

Die Repeater findet man nur in den Wagen wo das Handysymbol zu finden ist. Im Ruhewagen, zu erkennen durch das „Pssst“ – Symbol, im Speisewagen und im Boardbistro sucht man das Handysymbol vergebens, denn hier hat die Bahn bewusst keine Repeater verbauen lassen.

Anders sieht es beim WLAN aus, denn das gibt es im kompletten ICE. Zumindest theoretisch, denn auch hier erlebt man täglich Komplettausfälle die selten sofort behoben werden. Auch wenn das WLAN funktioniert sollte man berücksichtigen das es Limits gibt, die pro ICE Zug, Tag und Endgerät gelten. In der 2. Klasse kann man so 200 MB kostenfrei verbrauchen und wer ein Ticket für die First Class hat, der hat gar kein Datenlimit.

1. Klasse wird immer bevorzugt!

Wenn nun allerdings in der 1. Klasse 10 Leute sitzen die sich gerade auf Netflix einen 4K Film anschauen sieht es für die anderen Mitreisenden nicht so rosig aus. Jeder Repeater hat nur gewisse Kapazitäten zur Verfügung und versorgt insgesamt bis zu 800 anderen Mitreisende. Die Einschränkungen bei einem großen Datenverbrauch sind auch im Handynetz onBoard deutlich zu spüren und sorgt regelmäßig für Gesprächsabbrüche.

Im Intercity (IC) findet man noch seltener Repeater und in Regionalzügen so gut wie überhaupt nicht. Das Problem ist allerdings das gleiche, auch wenn in diesen Zügen die Fenster nicht Metall bestäubt sind.

Wer also in Zukunft im Zug telefoniert und zum 10. Mal den Anruf neu startet, da der Anruf immer wieder abbricht, sollte nicht über die Mobilfunkanbieter schimpfen, sondern wenn überhaupt über die Deutsche Bahn AG die tatsächlich für das Empfangsdesaster verantwortlich sind.