Sonntag, 3. November 2019

YouTuber sagen YouTube den Kampf an

Youtuber
- YouTube -
Sie wurden zu Stars und einige auch zu Millionären, doch YouTube 2019 ist nicht mehr das YouTube was es einmal war. Nun droht YouTube ein Arbeitskampf mit ihren eigenen Zugpferden. Die YouTuber, die von den Einnahmen der Google Tochter leben, wollen sich nicht länger den Regeln von YouTube beugen.

Die FairTube Bewegung macht Ernst. Die Kooperation zwischen der Initiative "YouTubers Union" und der Gewerkschaft IG Metall möchte sich nun juristisch mit dem Internetgiganten anlegen.

Die goldenen Zeiten für die Videomacher erreichten in den Jahren 2012 bis 2017 ihren Höhepunkt und die scheinen leider ein für alle Mal vorbei zu sein. Die IG Metall und die YouTuber werfen der Videoplattform vor, viele der Videomacher als Scheinselbstständige zu beschäftigen. Die von YouTube eingesetzten Filter Programme, die zur Klassifizierung der Videos eingesetzt wird, verstoßen gegen die DSGVO.

Der Gründer der "YouTubers Union", Jörg Sprave zählt mittlerweile 25.000 Mitglieder und alle zusammen fordern bessere Arbeitsbedingungen und Auskunft darüber, warum ihre Videos von den Filtern für den Werbemarkt gesperrt sind.

Google
- Google is watching you -
Ferner wollen sie endlich menschliche Ansprechpartner bei Problemen und eine neutrale Schlichtungsstelle. Jeder Google Nutzer weiß wie schwer es ist eine Mail an Unternehmen wie Google, YouTube, Facebook oder Amazon zu schreiben. Zu 90% bekommt man sowieso eine automatisierte Antwort, die alles andere als Hilfreich ist. E-Mail Adressen werden erst gar nicht veröffentlicht, damit diese Konzerne nicht in der Mailflut untergehen.

Eigentlich wollten am Dienstag vergangener Woche die zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner und der YouTubers Union Gründer Jörg Sprave mit YouTube über ihre Anliegen sprechen. Dazu kam es allerdings nicht, da die YouTube Verantwortlichen kurzerhand Sprave ausgeladen haben. Die Gewerkschaft sagte daraufhin die Teilnahme ebenfalls ab.

Drastische Änderungen ab 2017

YouTube hat im Frühjahr 2017 auf Druck von Großkonzernen, wie zum Beispiel Coca Cola, seine Richtlinien verschärft, welche Reklame vor welchen Videos geschaltet werden sollen. YouTuber sollten genauso schutzbedürftig wie andere Werktätige sein.

"Die Abhängigkeit der Nutzer von der Plattform ist so massiv, dass sie tatsächlich Scheinselbstständige seien", so FairTube. Ein YouTube Sprecher, der ausnahmsweise mal wirklich einen menschlichen Ansprechpartner darstellt, antwortet allerdings wie das System, welches auf Anfrage, automatisierte Antworten liefert. :-) Naja wer weiß, vielleicht werden dort auch die Mitarbeiter programmiert :-)

Der Sprecher stellte jedenfalls klar, dass diese (YouTuber) aus rechtlicher Sicht keine Angestellten von YouTube seien. Wer jedoch Selbstständig ist und lediglich für nur einen Auftraggeber arbeitet, ist nach deutschem Recht Scheinselbstständig und stellt sogar eine Form von Schwarzarbeit dar. Da die Kreativen wirtschaftlich von den Einnahmen auf YouTube abhängig sind und von der Plattform Vorgaben erhalten und sich den Regeln unterwerfen müssen, liege es nahe, dass sie in Wirklichkeit Arbeitnehmer sind, sagte Christiane Brenner, die zweite Vorsitzende der IG Metall.

Verwendete Quellen:
Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinselbst%C3%A4ndigkeit
Deutschlandfunk Kultur - https://www.deutschlandfunkkultur.de/youtuber-gewerkschaft-goliath-google-geht-auf-die-davids-zu.2156.de.html?dram:article_id=457548

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