Mittwoch, 14. Dezember 2011

zu Guttenberg - I´ll be back

Karl-Theodor zu Guttenberg
Karl-Theodor zu Guttenberg
Er selbst wurde von ihnen entthront, nun soll er ihr Verteidiger werden: Der Ex-Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen neuen Job bei der EU-Kommission – als Berater zur Unterstützung von Internetaktivisten.

Neelie Kroes, die niederländische EU-Kommissarin für die digitale Agenda, soll ihren eigenen Worten nach bereits wenige Wochen nach Guttenbergs Rücktritt als Verteidigungsminister ihm um Hilfe ersucht haben. Sie wolle keine "Heiligen, sondern Talente", rechtfertigte sie ihre zugegebener-weise zynische Wahl.

Kritiker werfen ihr vor, für Guttenberg nichts weiter als ein Sprungbrett zurück in die Politik zu sein. Dieser dementierte auf dem Fuß, dass er gar nicht zurück in die Politik wolle, und schon gar nicht in die deutsche. Lieber wolle er vorerst in den USA bleiben und über die EU-Kommission Internetaktivisten in autoritären Ländern zu mehr Internetfreiheit verhelfen. Inwieweit Guttenberg dazu wirklich talentiert ist, ist fraglich. Auf die Frage, welche Aufgaben Guttenberg überhaupt habe und wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen sei, antwortete Kroes, Guttenberg sei talentiert und für Detailfragen "habe wir jetzt keine Zeit". Ergebnisse werde man bei Bedarf zur gegebener Zeit vorgelegen.

Nicht nur in Brüssel, sondern vor allem in Deutschland wird das Verhalten des umtriebigen s kritisch beobachtet. Sie sehen in Guttenbergs Beauftragung als EU-Berater einen weiteren Zug in dessen neuen PR-Offensive, den Weg zurück in die deutsche Politik zu finden. Erst vor Kurzem stellte er sein Buch "Vorerst gescheitert" vor, in dem er mit alten Parteikollegen für ihre fehlende Unterstützung abrechnete.

Guttenbergs Sturz als Minister – und Volksliebling

Im März 2011 gelang es anonymen Internetaktivisten, nachzuweisen, dass weite Teile der Dissertation Guttenbergs abgeschrieben waren. Daraufhin entzog ihm seine Heimatuniversität die Doktorwürde. Guttenbergs beharrliches Leugnen, dass er nicht absichtlich abgeschrieben habe, ließ ihn schließlich auch als bundesweit beliebtester Minister in die Tiefe fallen, weshalb er noch vor dem Sommer 2011 alle seine Ämter niederlegte und sich in die USA zurückzog.

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