Monats-Archive: September 2011

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Die europäische Schuldenkrise macht der Welt Angst«, sagte US-Präsident Barack Obama bei einer Veranstaltung in Kalifornien. Er äußerte die Befürchtung, die Finanzkrise Europas könne sich negativ auf die angeschlagene US-Wirtschaft auswirken und forderte von Europa rasche Maßnahmen zur Bewältigung der Probleme. Die europäischen Banken, so Obama, hätten sich nie von der Krise im Jahre 2007 erholt. Damals war die Welt in eine Finanzkrise getaumelt, die durch die US-Immobilienkrise ausgelöst worden war. Infolgedessen war die US-amerikanische Großbank Lehman Brothers zusammengebrochen. Obamas Antwort darauf war der Nachdruck von einer Billion zusätzlicher US-Dollars im Jahre 2009 gewesen. Eine Methode der Geldmengenaufblähung, die sonst hauptsächlich aus Schwellen- und Entwicklungsländern bekannt ist, und die zu einer massiven Abwertung des Dollars führte.

Aktuell ist es dem US-Präsidenten gelungen, eine drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ab 1. Oktober zum dritten Mal in diesem Jahr abzuwenden und Mehrheiten für einen rettenden Übergangsetat zu gewinnen. Ob dies von dauerhaftem Erfolg sein wird, ist noch nicht absehbar. Aktuell beläuft sich die US-amerikanische Staatsverschuldung auf 14 Billionen Dollar. Erst im vergangenen Juli war der Staatsbankrott der größten Wirtschaftsmacht der Welt in letzter Minute durch eine Erhöhung der Schuldenobergrenze verhindert worden. Barack Obama, der aktuell für seine Wiederwahl im Jahre 2012 kämpft, steht vor großen Herausforderungen, vor deren Hintergrund man seinen Appell an die Verantwortlichen in Europa als Ablenkungsmanöver bewerten kann.

Bestürzung in ganz Europa löste der Suizid von Profitorwart Robert Enke am 10. November 2009 aus. Schwerwiegene Depressionen führten zu diesem letzten und verzweifelten Schritt, seinem Leben an einem Bahnübergang in der Nähe seines Heimatortes Empede ein Ende zu bereiten. Er hinterließ seine Ehefrau Teresa und eine 8 Monate alte Adoptivtochter.

Geboren wurde er am 24. August 1977 in Jena. Fußball bestimmte schon damals sein Leben. Selbst einschneidende Erlebnisse, wie die deutsche Wiedervereinigung, verliefen für den charakteristischen Torwart nur am Rande. Seine Profikarriere war ein Auf und Ab, bis er im Sommer 2004 seine Stabilität beim Bundesligisten Hannover 96 fand. Freunde, Fans und Kollegen schätzten alle gleichsam seine ruhige, freundliche und bescheidene Charakterstärke.

Dennoch litt der sympathische Fußballer seit 2003 an Burnout und Depressionen. Zwischenzeitlich befand er sich wegen seines Burnouts in psychiatrischer Behandlung. Die Krankheit wurde gefördert durch den großen Schicksalsschlag, welchen Enke und seine Frau 2006 erlitten. Kurz nach ihrem zweiten Geburtstag, verstarb ihre leibliche Tochter Lara aufgrund eines angeborenen Herzleidens. Obwohl der Torwart stets den Eindruck vermittelte, das Leben zu schätzen, gar zu lieben, übermannte ihn am 10. November 2009 die Düsterkeit der tückischen Krankheit Depression und verleitete den Ausnahme-Sportler zum Schienensuizid.

Die europaweite Bestürzung, Erschütterung und Anteilnahme war beispiellos und die Krankheit Depression rückte in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Depressionen äußern sich durch eine beständige Niedergeschlagenheit, den Verlust der Fähigkeit zur Freude und den Zustand, sich in einer Art permanenter Trauer zu befinden. Der Zeitraum dieser depressiven Erkrankung kann von mehreren Wochen bis zu Jahren gehen. Häufig vertuschen die Erkrankten ihre Depression, indem sie außergewöhnlich aktiv, aufgedreht und gut gelaunt ihrer Umwelt erscheinen.

Der erste Schritt zur Heilung besteht darin, dass der Betroffene sich selber eingesteht, ein psychisches Problem zu haben. Dann kann eine Depression medikamentös oder durch Therapien beim Psychiater oder durch eine Kombination beider Elemente bekämpft werden. Depressionen sind allerdings immer eine langwierige Sache. Eine besondere Form der Depression ist das Burnout-Syndrom. Dieses ist das Endstadium eines schleichenden Prozesses und zeigt sich durch eine dauerhaft emotionale und geistige Erschöpfung. Weitere Symptome sind leichte Reizbarkeit, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, Ängste, Sinnkrisen und körperliche Beschwerden. Die Ursachen liegen meistens in der Tatsache begründet, dass dauerhaft und über einen langen Zeitraum hinweg, sich ein massives Missverhältnis zwischen den eigenen Leistungsanforderungen, den Anforderungen im Leben und Beruf sowie dem eigenen Energiehaushalt und den erlernten Bewältigungsstrategien aufbaut und dieses fortbesteht oder sich weiter verstärkt.

Das Resultat aus diesem Missverhältnis ist eine permanente Überproduktion von Stresshormonen. Dadurch entstehen Mängel im Hormon- und Nervenhaushalt. Alle Heilungs- und Therapieverfahren zielen dabei auf kurz- und langfristige Stressreduzierung ab. Diese Stressreduzierung ist unumgänglich, um einer verzweifelten Kurzschlusshandlung zu engehen, wie dies bei Robert Enke der Fall war.

Neben dem Ausnahmetorwart bekannten sich noch weitere Sportler, wie die Fußballer Sebastian Deisler und Markus Miller, aber auch Fußballtrainer Ralf Rangnick sowie Skisprungsportler Sven Hannawald zu ihren Erkrankungen am Burnout-Syndrom. Insbesondere der Gang an die Öffentlichkeit durch Sven Hannawald im Jahr 2004 zog das Interesse erstmals massiv auf diese psychische Erkrankung, die bis dahin nur als sog. Managerkrankheit wenig bekannt war.

Nach dem Freitod Enkes, gelobten Medien und Fußballbund Besserung im Hinblick auf die Menschlichkeit. Beide Einrichtungen hatten gewisse Mitschuld am endgültigen Handeln des Profisportlers eingeräumt. Die Medienwelt räumte eine zu harte Berichterstattung ein und versprach nun, auf sensiblere Berichterstattungen durch die Presse zu achten. Der deutsche Fußballbund gestand, dass die Menschlichkeit im professionellen Fußballgeschäft oftmals weitläufig auf der Strecke bliebe.

Laut diversen Aussagen von Profisportlern und Experten, seien bisher in diesen Bereichen aber keine deutlichen Veränderungen zu verspüren. Ebenso verschwanden die Berichterstattungen, deren Fokus auf den psychischen Erkrankungen lag, schnell wieder von der Bildfläche. Eine Aufklärungsarbeit fand nur solange statt, wie das Thema durch den Freitod Enkes aktuell und angesagt war.

Anfang 2010 wurde in Zusammenarbeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), des Ligaverbandes (Die Liga – Fußballverband e.V.) und des Bundesligisten Hannover 96, die gemeinnützige Robert-Enke-Stiftung ins Leben gerufen; sie verfügte über ein Anfangsvermögen von 150.000 Euro. Ziel der Enke Stiftung ist die Unterstützung und Förderung von Maßnahmen und Einrichtungen, welche die Aufklärung über Depressionen oder Kinder-Herz-Krankheiten verbreiten oder sich der Behandlung bzw. Erforschung einer dieser Krankheiten verschrieben haben.

Die Unterstützungsaufgaben im Bereich der Kinder-Herzerkrankungen wurden auf Wunsch der Vorstandsvorsitzenden und Enke-Witwe, Teresa Enke, mit in das Aufgabengebiet der Enke Stiftung übernommen. Bisweilen besteht eine Unterstützung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Bereich der Kinder-Herzkrankheiten; in diesem Zusammenhang überreichte Teresa Enke einen Scheck über 6.000 Euro. Auf diese Weise übernimmt die Stiftung für die Dauer eines Jahres die Vergütung eines Psychologen, der die Eltern herzerkrankter Kinder betreut. Die Hauptfokussierung liegt jedoch eindeutig im Bereich der Depressionen. Insbesondere durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

Obwohl die Versorgung psychisch erkrankter Menschen sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, scheint es aber immer noch ein Tabuthema zu sein, vor allem im Hinblick auf den Profisport. So hat die Stiftung beschlossen, insbesondere im Bereich des Profisports tätig zu werden, indem das Spezialthema der Depressionen im Leistungssport besonders gefördert wird. In Zusammenarbeit mit der DGPPN, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, sowie der Universität Aachen, finanziert die Stiftung die Neugründung eines Referates Sportpsychiatrie. Der Hintergrund besteht darin, dass psychische Erkrankungen besonders häufig bei Spitzensportlern auftreten. Das Referat soll Denkanstöße geben, Diskussionen führen und Lösungswege erarbeiten.

Fast ein Jahr nach dem 10. November 2009, erschien im Spetember 2010 das ergreifende und erschütternde Buch „Robert Enke – Ein allzu kurzes Leben“. Das Buch bietet bewegende Einblicke in die meistens unterschätzte Krankheit der Depressionen. Der Autor und Sportjournalist Ronald Eng, ein naher Freund Enkes, schildert einfühlsam und nachvollziehbar den Kampf des Torwarts gegen die heimtückische Krankheit; einen Kampf, den er letztendlich verlor.

Der Fall Enke ist allerdings letztlich nur ein prominenter von vielen, dessen Leben durch die Erkrankung an Depression ein zu frühes Ende fand. Aufgrund von Depressionen begehen etwa 10% der Erkrankten Suizid, um den stets vorhandenen, trüben und dunklen Gedanken zu entfliehen. Ein Patentrezept zur Bekämpfung oder gar Vermeidung von Depressionen gibt es allerdings nicht. Die Betroffenen müssen sich letztendlich selber eingestehen, dass sie erkrankt sind und professionelle Hilfe suchen. Für Außenstehende ist es selten offensichtlich, wenn jemand unter dieser Krankheit leidet. Dennoch sollte jeder mit offenen Augen, Interesse an seinen Mitmenschen und einem mitfühlenden Herzen durchs Leben schreiten und somit vielleicht frühzeitig Anzeichen für Depressionen erkennen und dem Betroffenen unter Umständen zur Seite stehen, wenn dieser es wünscht. Auf diese Weise kann auch einem frühzeitigen Burnout entgegengesteuert werden.

Der FC Schalke 04 ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Ralf Ragnick fündig geworden. Der Holländer Huub Stevens wird zukünftig die Geschicke beim deutschen Traditionsclub leiten. Stevens kennt die Gegebenheiten auf Schalke bestens, schließlich trainierte der 57-jährige die Knappen bereits von 1996 bis 2002 sehr erfolgreich. Gleich im Premierenjahr führte Stevens seine Schalker zum legendären UEFA Cup Triumph. Die Spieler sollten fortan als „Eurofighter“ in die Vereinsgeschichte eingehen. Im Jahre 2001 verspielten die Schalker erst in letzter Sekunde die Deutsche Meisterschaft, sicherten sich aber zumindest den Erfolg im DFB Pokal. 2002 konnte die Stevens-Truppe den Titel erfolgreich verteidigen. In der deutschen Meisterschaft lief es dagegen nicht mehr so gut, weshalb Stevens in der Winterpause seinen Abschied zum Saisonende bekanntgab. Er wechselte damals zum Ligakonkurrenten, der Hertha aus Berlin.

Clubmanager Horst Heldt will die offizielle Bestätigung zur Stevens-Verpflichtung erst heute nachmittag, im Rahmen einer Pressekonferenz, bekanntgeben. Huub Stevens trainierte in den letzten beiden Jahren den österreichischen Bundesligaclub Red Bull Salzburg. Zuletzt war der erfahrene Coach jedoch Vereinslos und steht seinem neuen Arbeitgeber deshalb ab sofort zur Verfügung. Am heutigen Montag wird der sympathische Holländer bereits sein erstes Training auf Schalke leiten.

Vorgänger Ralf Ragnick gab in der vergangenen Woche überraschend seinen Rücktritt bekannt. Ragnick leidet unter einem Erschöpfungssyndrom und will die nächsten Monate nutzen, um neue Kraft zu tanken. Man darf gespannt sein, ob Huub Stevens auf Schalke wieder an seine früheren Erfolge anknüpfen und mit dem Traditionsclub ernsthaft um die Deutsche Meisterschaft mitspielen kann. Stevens selbst scheint hoch motiviert.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte Berichte, wonach der brasilianische Verteidiger des Fußball-Rekordmeisters Bayern München am gestrigen Samstag (24. September 2011) in Untersuchungshaft genommen wurde. Der Grund dafür ist der dringende Tatverdacht wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung.

Bei Breno liege der Haftgrund der Flucht- und Verdunkelungsgefahr vor, weshalb die Untersuchungshaft angeordnet wurde. Wie bereits in der Öffentlichkeit bekannt, brannte die von Breno angemietete Villa aus, in welcher der Fußballspieler zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern in Grünwald gewohnt hat. Breno muss sich auf einiges gefasst machen, denn nach § 306a des Strafgesetzbuches wird die schwere Brandstiftung als Verbrechen eingestuft und mit einer Freiheitsstrafe ab einem Jahr Gefängnis geahndet.

Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Münchner Staatsanwaltschaft sagte, „dass es sich bei dem Brand um kein zufälliges Ereignis handelt“, die zwischenzeitlichen Ermittlungen der Brandfahnder und des eingeschalteten Gutachters müssen Breno extrem belasten. Sonst hätte der Haftrichter wohl kaum in diesem frühen Stadium der Ermittlungen dem Haftantrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben.

Der FC Bayern hält sich mit öffentlichen Erklärungen bisher zurück, will aber für seinen Spieler da sein und ihn nach Kräften unterstützen. Allerdings wissen die Verantwortlichen des FC Bayern auch nichts Genaues, da die Ermittlungen der Kriminalpolizei auf Hochtouren laufen. Breno selber erlitt bei dem Brand nur eine leichte Rauchvergiftung, der Rest seiner Familie war nicht zu Hause. Die Villa war in der Nacht vom Montag auf Dienstag in dieser Woche abgebrannt.

Der bisheriger Sparkurs Griechenlands reicht nicht aus, um die Erwartungen der internationalen Prüfer zu erfüllen und so an die dringend benötigten Hilfskredite der EU zu gelangen. Diese sind jedoch nötig, um die kurz bevorstehende Insolvenz Griechenlands noch einmal abwenden zu können. Von der griechischen Regierung wurden deswegen weitere radikale Sparmaßnahmen beschlossen, welche nun auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und Rentner betrifft.

Über 30.000 Angestellte und Beamte sollen in eine Art „Arbeitspause“ geschickt werden. Dies bedeutet, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und innerhalb eines Jahres einen neuen Job finden müssen. In der Übergangszeit erhalten sie ein sogenanntes „Überbrückungsgeld“. Die Rentner trifft es sogar noch härter, denn alle Renten über 1200€ sollen um 20% gekürzt werden. Auch der Steuerfreibetrag wird erneut gesenkt, diesmal von 8000€ auf 5000€ pro Jahr. Laut dem griechischen Finanzminister Venizelos sind diese Kürzungen und finanziellen Einschnitte nötig, um Griechenlands Position in der EU nicht zu gefährden und die griechische Wirtschaft für die Zukunft am Laufen zu halten.

Die griechische Bevölkerung will die drastischen Sparmaßnahmen nicht kampflos hinnehmen und plant weitere Protestmärsche. Währenddessen ist noch nicht sichergestellt, dass es noch einmal finanzielle Unterstützung von Seiten der EU geben wird. Denn erst nach dem Bericht der Troika, den internationalen Prüfern, werden die EU-Finanzminister darüber entscheiden. Erfüllt Griechenland bis Anfang Oktober alle gestellten Anforderungen, fließen noch einmal 8 Milliarden Euro an Hilfskrediten.

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